Über das Projekt

„Schaf schafft Landschaft“ – Schafhaltung und somit die Biodiversität erhalten und fördern.

Auf einen Blick

Einige der wertvollsten und artenreichsten Grünlandstandorte im Geo-Naturpark werden traditionell durch Schafbeweidung gepflegt und erhalten. Aufgrund zunehmender Herausforderungen für die Schäfereibetriebe nimmt die Zahl der Schäfereien und Schafe allerdings immer weiter ab. Gleichzeitig ist die Artenvielfalt unserer Kulturlandschaft durch viele Faktoren bedroht. Wenn die Schafe aus der Landschaftspflege verschwinden, geht mit ihnen ein erheblicher Anteil unserer Artenvielfalt verloren. Dem will das Projekt „Schaf schafft Landschaft“ entgegenwirken!

Bedeutung der Schafe im Naturschutz

„Mehr Biss und Schiss für die Natur!“, so hat es Prof. Dr. Luick von der Hochschule Rottenburg formuliert. Gemeint ist damit, dass Beweidung durch selektiven Fraß, Tritt und Kot der Tiere die Strukturvielfalt des Grünlands erhöht und so Lebensraumnischen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten schafft. Besonders schwer zugängliche Steilhänge oder Weiden mit kargem Aufwuchs gehören zu den wertvollsten Standorten für den Naturschutz, können vielfach aber nur durch Schafe und Ziegen offengehalten und gepflegt werden. Ohne diese Nutzung würden Sträucher allmählich die Oberhand gewinnen – die Vielfalt der lichtliebenden Pflanzen und Tiere geht damit verloren.
Außerdem sind Schafe „Taxis der Biodiversität“: Sie transportieren Samen, Pflanzenzeile und kleine Tiere in ihrer Wolle, den Klauen und im Kot. Und da die Schafe auf zahlreichen wertvollen Flächen unterwegs sind erzeugen sie eine Vernetzung in der Landschaft, einen Biotopverbund.

Geographische Lage des Projektgebiets

Das Projektgebiet von „Schaf schafft Landschaft“ befindet sich im „Hotspot der Biologischen Vielfalt Nr. 17“, dem schönen Werratal mit Hohem Meißner und Kaufunger Wald. Diese Region ist eine von 30 besonders wertvollen Gebieten in Deutschland, die vom Bundesamt für Naturschutz ausgewiesen wurden – eine Schatzkiste der Natur! Der Hotspot 17 ist über 870 km² groß, liegt mitten in Deutschland und verbindet die Bundesländer Hessen, Thüringen und Niedersachsen. Der hessische Teil liegt vollständig im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land.

Hotspot 17

Werratal mit Hohem Meißner und Kaufunger Wald

Zentrale Ziele

Oberstes Ziel des Projekts „Schaf schafft Landschaft“ ist die langfristige Erhaltung und Förderung der Biodiversität im „Hotspot 17“. Dabei sollen Lebensräume auf Landschaftsebene vernetzt und wertvolle Verantwortungsarten, wie z. B. die Arnika, geschützt werden. Dafür sind wir auf den Einsatz der Schäfereien und ihrer Schafe angewiesen. Um das Überleben der Schäfereibetriebe langfristig zu sichern, ist zwingend eine Verbesserung der Rahmenbedingungen wie beispielsweise auskömmliche Preise für Lammfleisch und ausreichend verfügbare Flächen notwendig.

Projektstruktur, Partner und Förderung

Projektträger von „Schaf schafft Landschaft“ ist die Universität Kassel, Verbundpartner sind der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land und der Werra-Meißner-Kreis. Gemeinsam mit den Schäfereibetrieben der Region und zahlreichen weiteren Partnern arbeiten wir Hand in Hand für den Naturschutz!
Die Förderung des Projekts „Schaf schafft Landschaft“ erfolgt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt (BPBV) vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) anteilig aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), des Landes Hessen (HMUKLV) sowie der Heinz Sielmann Stiftung.

Projektmaßnahmen

Im Projekt arbeiten wir umsetzungsorientiert, denn der Erfolg des Projekts soll auf den Naturschutzflächen und im „Hotspot 17“ sichtbar werden. Daher stehen die Maßnahmen des Flächenmanagements im Vordergrund: Beweidungskonzepte, Flächensicherung, Flächenaufwertung und Fortbildungen.
Der Verkauf von Lamm- und Schafprodukten über unseren Onlineshop trägt aktiv zur Verbesserung der Situation der Betriebe bei und entlastet diese in der Vermarktung ihrer Produkte. In einem ganzheitlichen Ansatz fördern wir dabei auch weitere regionale Naturprodukte aus dem Frau-Holle-Land.
Ebenfalls wichtige Felder im Projekt sind Kommunikation und Bildung gegenüber Öffentlichkeit und Politik sowie die wissenschaftliche Begleitung des Projekts.

Das Schafland erleben

Sind Sie neugierig geworden? Das Projektgebiet im Hotspot 17 und den gesamten Geo-Naturpark können Sie selbst erkunden! Wir bieten Ihnen 25 Premiumwanderwege durch die schönsten und blütenreichsten Lebensräume im Frau-Holle-Land, die häufig mit Schafen und Ziegen gepflegt werden. Bei geführten Wanderungen und Einsätzen in Schule und Kindergarten erfahren Sie mehr über unsere vierbeinigen Landschaftspfleger und die Arbeit der Schäfereien. Und dann gilt es natürlich noch die außergewöhnlichen Herkunftsorte der weiteren und zukünftigen Produkte hier im Shop zu besuchen: Mohnfelder, Kirschwanderwege und vieles mehr!